2018

Trëppeltour

 

Winterzeit ist Ruhezeit. Dieser Spruch mag wohl für unsere Klassiker mit Stern gelten, wovon die meisten gut eingemottet auf die neue Saison warten – so aber nicht für die Mitglieder des Mercedes-Benz-Club Luxembourg! Die Jahresabschlussfeier im Dezember und die „Trëppeltour“ Anfang Februar sind stets eine gute Gelegenheit, sich wieder zu treffen und den gesellschaftlichen Aspekt des Vereinslebens zu pflegen.

So geschehen auch am Sonntag, 4. Februar 2018, als sich 47 Interessierte in Hollerich im Straßenbahn- und Busmuseum der Stadt Luxemburg trafen. Der Ausgangspunt der diesjährigen Tour, welche von Vorstandsmitglied Guy Rolling organisiert wurde, war mit Vorbedacht ausgesucht worden, denn nicht der sportliche, sondern der kulturelle Aspekt stand dieses Mal im Vordergrund. Unter fachkundiger Führung durch Mitarbeiter des Museums tauchten wir in die Welt von über 140 Jahren des öffentlichen Verkehrs der Stadt Luxemburg ein. Für manchen war es neu zu hören, dass schon 1875 eine Tram in Luxemburg verkehrte, wohl gemerkt nicht mit Motor, sondern mir lebendigem PS-Antrieb, und von der wir einen getreuen Nachbau bestaunen konnten. Nach der Elektrifizierung der Stadt wurden die Pferde in Rente beurlaubt, und eine elektrische Tram übernahm ab 1908 die Beförderung der Fahrgäste. Der letzte Wagen, eine TVL-Maschine von 1931, mit 50 KW Leistung durch zwei 550 V-Motoren, bediente die Linie 10 von Beggen nach Luxemburg-Stadt. Dieser Wagen, der am 5.9.1964 die allerletzte Fahrt der städtischen Trambahn tätigte, steht in tadellosem Originalzustand im Museum und wurde speziell für unsere Gruppe unter Strom gesetzt, sodass wir eine kleine Rundfahrt über das Gelände des Museums erleben durften. Für die Älteren unter uns war dies der Grund für nostalgische Erinnerungen an Zeiten wo es per Pedes nicht viel langsamer voran ging als mit der Tram. Für die Jüngeren und die Kinder war es eine Fahrt der Sonderklasse durch die sie eine kurze Zeitreise voller Staunen erleben konnten.

Die nächste Etappe unserer Tour war ebenfalls ein Retro-Erlebnis, mit dem wir allerdings einen Zeitsprung von über 50 Jahren vornahmen: Der „ale Stater Bus“ Nummer 167, ein Mercedes-Benz, Modell O 405 N2 Jahrgang 1995 brachte uns zu gleich 3 Zukunftsprojekten der Mobilität, die am vergangenen 10 Dezember ihren Dienst aufnahmen.

In der rue St Mathieu hieß es umsteigen, um mit dem Panoramalift des Bahnhofs Pfaffenthal auf die Ebene der Standseilbahn zu gelangen. Diese 12 Meter langen gegenläufigen Kabinen befördern je bis zu 168 Personen über eine Strecke von 200 Metern in 1 Minute, bis zum 38 Meter höher gelegenen Plateau Kirchberg. So schaffen sie es, innerhalb von 10 Minuten in Spitzenstunden bis zu 1.200 Personen zu transportieren.

Oben angekommen stiegen wir in die Tram um, die einer alten Tradition der Schmalspurbahnen folgend, auf den Namen Siggy getauft wurde. Dieses 45 Meter lange und bis zu 420 Personen fassende Gefährt, mit einer Kapazität von bis zu 10.000 Fahrgästen pro Stunde in beide Richtungen, brachte uns über den ersten fertiggestellten Teil der Strecke von der „roten Brücke“ bis zur momentanen Endstation an den Ausstellungshallen. Die letzte Etappe unserer Expedition in die Zukunft erlebten wir im „neuen Tramsschapp“. Nach einer Videoprojektion, begleitet von den nötigen Erklärungen, konnten wir die riesige Abstellhalle und die Instandhaltungswerkstätten für die 32 in Zukunft zirkulierenden Tramfahrzeuge besuchen.

Alle Teilnehmer der diesjährigen Trëppeltour waren sehr von der Anlage angetan, welche man nur im Gesamtkonzept erfassen kann, und die uns nicht nur in architektonischer und technischer Hinsicht erstaunte. Den vielleicht wichtigsten Aspekt davon, nämlich den wirtschaftliche Nutzen, haben wir am eigenen Leib erlebt, verschafft er doch den Passagieren der Nordstrecke eine Zeitersparnis von einer halben Stunde zwischen Hauptbahnhof und Kirchberg und trägt somit seinen Teil dazu bei, den Verkehrskollaps der Stadt Luxemburg zu vermeiden.

Einen Überblick ist in folgender Computeranimation zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=PkUbh1m3hPU

Den Abschluss dieser sehr aufschlussreichen Tour begingen wir im Restaurant „Lentze Parc“ in Bartringen, wo wir beim gemeinsamen Mittagessen die Eindrücke noch einmal Revue passieren lassen konnten.

Text & Fotos Guy M.

 


Autojumble

Viele Jubiläumsfahrzeuge auf dem Messestand des MBCL

Am 10. und 11. März 2018 fand der von der “Letzebuerger Oldtimer Federatioun” organisierte “Autojumble” in den Messehallen auf Kirchberg statt. Am Samstag und am Sonntag waren die Messehallen auf Kirchberg gut gefüllt: zahlreiche Enthusiasten der Luxemburger Oldtimerszene hatten den Weg zur Luxexpo gefunden. Der Mercedes-Benz Club Luxembourg stellte in diesem Jahr seinen Clubstand unter das Thema der verschiedenen Jubiläen die 2018 gefeiert werden.

Deshalb waren ein blauer „Strich 8“ 230 E für die 50 Jahre dieser Baureihe, ein 280 SE in Kaledoniengrün für die 45 Jahre der Baureihe 116, ein 280 SE der Baureihe 126 in der Farbe Champagnermetallic für die 40 Jahre des ABS-Systems, ein astralsilberner 190 E der Baureihe W201 für die 35 Jahre des „Baby-Benz“, sowie ein 290 GD in Polarweiß für 40 Jahre G-Klasse ausgestellt. Abgerundet wurden die Exponate durch einen blauen 300 SL der Baureihe R107 sowie ein neues E-Klasse-Cabriolet, das von Merbag Luxembourg zur Verfügung gestellt wurde.

Die ausgestellten Fahrzeuge waren genauestens beschrieben mit ihren jeweiligen interessanten Lebensgeschichten. Viele Besucher des Clubstandes bewunderten den ausnahmslos ausgezeichneten Zustand der Fahrzeuge. An den beiden Ausstellungstagen betreuen Vorstandsmitglieder des Mercedes-Benz Clubs die Anfragen der Besucher.

An den Bildschirmen, die auf der Wand des Clubstandes befestigt waren, wurden Filme aus der Entwicklung der ausgestellten Baureihen gezeigt. Wie jedes Jahr stattete auch Wirtschaftsminister und bekennender Mercedes-Benz Oldtimer-Fan Etienne Schneider unserem Messestand einen längeren Besuch ab. Im Laufe der Ausstellung erhielt der Club eine Reihe von Original-Prospekten und Postern der ausgestellten Fahrzeuge, aus der Hand eines Sammlers und fachkundigen Kenners der Mercedes-Benz Baureihen. Wir bedanken uns herzlich für diese Spende, die das Archiv des Clubs bereichert und bei kommenden Ausstellungen sehr hilfreich sein wird.

Text & Fotos: Jean-François Z.


 

Fréijorstour

Als sich am Sonntag den 6. Mai die an der Frühjahrsausfahrt teilnehmenden 41 Freunde des Sterns am Sitz des Automobilclubs  in Bartringen trafen, freuten sich alle über 6 richtige Treffer im Wetterlotto: Über unseren Köpfen nur blau, keine Spur von Dunst oder Wolken, und mitten drin eine große glühende Sonne, die nicht müde wurde, uns und die Natur mit ihren wärmenden Strahlen zu verwöhnen. Unter diesen Voraussetzungen war der Tag schon gerettet bevor er richtig begonnen hatte.

Unsere Tour ist wie üblicherweise mit Kaffee/Croissants an den Start gegangen, bevor sich die Kolonne von 22 Fahrzeugen in Bewegung setzte. Das vielfältige Modellmix reichte von 190SL als ältestes Fahrzeug über Pagoden, 107er und 129 SL’s bis zu SLK der ersten Baureihe als jüngsten Klassiker, um nur einige zu erwähnen.

Die vom Clubvorsitzenden Jean-François Zimmer geplante Tour führte uns mittels Roadbook durch den westlichen Teil des Landes nach Roost. Unterwegs genossen wir nicht nur die erste gemeinsame entspannte Ausfahrt, sondern auch immer wieder die Landschaft und Panoramen die sich, besonders im Eischtal, in einer in frischem Grün erstrahlenden Natur darboten.

Nach dem überreichen und köstlichen Buffet im Restaurant Vitarium in der Großmolkerei Luxlait gingen wir gestärkt in die zweite Runde.

Nach kurzer Fahrt und nach etwas umständlicher Parkplatzsuche wegen Straßensperren, trafen sich alle im Conservatoire National des Voitures Historiques in Diekirch wieder. Dieses in Anwesenheit von Jutta Benz, Urenkelin von Carl Benz, im April 2004 eingeweihte Automuseum sticht aus dem gewohnten Einerlei der zahlreichen Automobilmuseen des Auslandes in mehreren Hinsichten hervor: Es befindet sich an historischer Stätte in einem original erhaltenen und denkmalgeschützten  Jugendstilbau des Kutschenbauers Jean Wagner, der sich durch Zusammenarbeit mit Carl Benz persönlich hervortat, und dessen Nachfahren während Jahrzehnten die Marke mit dem Stern an dieser Stelle in Luxemburg vertraten, bevor die Räumlichkeiten zu klein wurden. Andererseits unterscheidet es sich konzeptuell dadurch, dass die ausgestellten Fahrzeuge, die eine Zeitspanne von den Anfängen bis 1970 umfassen, als Leihgaben seitens der Oldtimerbesitzer in wechselnder Reihenfolge zur Verfügung gestellt werden. Es versteht sich von selbst, dass die Ausstellungen markenübergreifend sind, und dass auch schon verschiedene Fahrzeuge unserer Clubmitglieder gezeigt wurden und, dass  dies in Zukunft auch noch der Fall sein wird. Außerdem  bereichern in regelmäßiger Folge Ausstellungen zu speziellen Themen das Angebot und stellen somit ein lebendiges Museum dar, wo Bewegung drin ist. So ist zurzeit ein Raum den historischen Motorrädern gewidmet, darunter Exemplare der Marke Whizzer, welche zur großen Verwunderung der meisten Besucher, in US-Lizenz in Luxemburg-Cessingen zwischen 1947 und 1955 zusammengebaut wurden!

Die letzte Etappe der diesjährigen Fréijorstour führte uns durch den östlichen Teil des Landes, wo die bewaldeten Hänge entlang der Felsformationen im Müllerthal willkommenen Schatten spendeten, bevor wir wieder in Bartringen eintrafen. Die Terrasse des Restaurant New Inn bot den gemütlichen Rahmen für das Abendessen und Benzingespräche oder persönlichen Austausch.

Text: Guy M. Fotos: Guy M & Jean-François Z